Es ist ein kalter und grauer Herbstmorgen, an welchem Christoph Becker, Direktor des Kunsthaus Zürich, zum Interview empfängt. Während sich auf dem Heimplatz vor dem Kunsthaus die Autos stauen, herrscht auch in der grosszügigen Eingangshalle des vor wenigen Wochen eröffneten Erweiterungsbaus emsiges Treiben. Schulklassen werden durchgezählt, Pensionierte warten auf den Beginn der nächsten Führung. Publikum aus den dazwischenliegenden Altersklassen ist hingegen rar, sicherlich auch der Tageszeit geschuldet. Der Erweiterungsbau, ein vom britischen Architekten David Chipperfield entworfener 200 Millionen-Bau, soll – so die Hoffnung der Institution – das Museum einen grossen Schritt näher an die weltweite Elite der Kunstmuseen bringen. Deutlich weniger glamourös verliefen die Jahre vor der Eröffnung; die Baustelle vor dem Haus hat die Besucherzahlen und auch die finanziellen Erträge schrumpfen lassen. Christoph Becker ist seit Beginn des Prozesses dabei, seit 21 Jahren ist er Direktor, Ende nächsten Jahres ist Schluss.

Herr Becker, der Erweiterungsbau ist endlich eröffnet, wofür steht dieser für Sie?
Der Erweiterungsbau ist für mich die logische Fortführung einer langen Entwicklung. Das Kunsthaus hat sich immer durch Erweiterungen weiterentwickelt und währenddessen auch das Verhältnis gegenüber dem Publikum. Wenn man den Bestandbau anschaut, ist dieser eng, viele Werke auf wenig Raum, im Mittelpunkt klar die Sammlung. Mit den Erweiterungen in den 20er, 50er und 70er Jahren ist ein Wandel der Rolle der Öffentlichkeit einhergegangen. Was früher mehr ein Aufbewahrungsort der Sammlung war, hat die Öffentlichkeit heute in Besitz genommen. Dies ist gut erkennbar an der grossen Weite im Erweiterungsbau, den sehr grosszügigen Publikumsflächen. Die Dynamik hat nochmal zugenommen in den letzten 10 Jahren durch Fragen gesellschaftlicher Veränderungen, die abgebildet werden im Zugang der Öffentlichkeit zu öffentlichen Orten und zu öffentlichen Informationen. Was beinahe schon altmodisch mit dem Begriff Niederschwelligkeit umschrieben wird, ist eigentlich das, was sich hier jetzt zeigt.

Glauben Sie das Kunsthaus ist niederschwellig?
Gute Frage. Kunstmuseen haben ein hohes Sicherheitsbedürfnis, es geht darum, dass man enorme Werte sichert. Wir betreiben einen grossen Aufwand, damit wir nicht überfallen und leergeräumt werden. Das ist das eine, kann man dabei niederschwellig sein? Das andere ist: Wie stellt sich eine Institution in der Stadt, in der Öffentlichkeit, einer sehr vielfältigen Community, dar? Zeigt sie sich offen, zeigt sie sich präsent? Das geht soweit, dass sich diese Offenheit auch baulich manifestiert, dass sie aber in ihrer Funktionsweise auf das Rücksicht nimmt, was es braucht. Nämlich sichere Flächen für Kunstwerke, grosse Flächen für wechselnde Präsentationen, zudem Flächen und Räume für die Vermittlungsarbeit. Dies haben wir jetzt dank dem Erweiterungsbau.

Sie sprechen von Präsenz in der Stadt, die erreicht werden soll. Der Erweiterungsbau wird dafür kritisiert, den Heimplatz mit seiner Klobigkeit fast zu erdrücken.
Es war eine entscheidende Aufgabe im Architekturwettbewerb, den Heimplatz städtebaulich zu fassen und im Zusammenhang mit dem Masterplan Central Campus für das angrenzende Uniquartier einen markanten architektonischen Punkt zu schaffen. Die Gebäude im Masterplan sind alle sehr grossförmig, das heisst der Hügel hinter uns wird im Laufe der nächsten zwanzig Jahre mit Grossbauten besetzt sein. Die Wahl des Architekten bedeutete auch, dass man mit David Chipperfield jemanden hat, dessen Fähigkeit darin besteht, architektonische Setzungen zu machen und zugleich auch eine gewisse Monumentalität nicht zu scheuen. Das ist letztlich vielleicht etwas, was hier in der Schweiz nicht ganz typisch ist, wo man gewöhnt ist, dass bei Neubauten in Stahl und Glas operiert wird.

Nebst dem Baustil hat das Gebäude auch einfach ein sehr grosses Volumen.

Das liegt an unserem Raumprogramm, wir haben die rechtlich mögliche Gebäudegrösse ausgereizt. Wir wollten keine öffentlichen Räume im Untergeschoss, denn wir finden, dass man Pädagogik nicht im Keller macht. Aus der Stadt kommt man zu den Kunstinstitutionen am Heimplatz hoch und genauso soll man im Kunsthaus zur Kunst hochgehen. Manche Leute finden das Gebäude abweisend, aber wer drinnen steht, erlebt den Eindruck, den wir eigentlich hervorrufen wollen: Sehr viel Tageslicht, sehr viele öffentliche Flächen, die man unterschiedlich bespielen kann, vom gesellschaftlichen Anlass bis hin zum Kongress.

Es fällt auf, dass Kunstmuseen auf der ganzen Welt nicht nur mit der Kunst, sondern auch mit der Architektur herauszustechen versuchen. Geht man heute ins Kunstmuseum, um Architektur zu sehen?

Dies ist keine neue Entwicklung, Kunstmuseen waren schon immer Bauaufträge, um in Gebäuden eine Sammlung unterzubringen und nicht umgekehrt. Kunstmuseen sahen schon Ende des 18. Jahrhunderts aus wie die Palais der Fürsten, denen die Sammlungen meist gehörten. Die Schweiz war und ist da zurückhaltend, weil es durch die die ökonomischen Verhältnisse, die sich erst am Ende des 19. Jahrhunderts geändert haben, gar kein Geld gab, um repräsentative Bauten für die Kunst zu errichten.

Finden Sie es schade, dass es in der Schweiz diese Zurückhaltung gegenüber Prunkbauten für die Kultur gibt?

Nein, aber ich finde es ist jetzt Zeit, dass man in der Schweiz ein Museum wie dieses baut. Auch um zu demonstrieren, dass man auf der Höhe ist. Es ist wie eine Art von Aufholen gegenüber der internationalen Museumswelt, in der es in den letzten 20 Jahren eine ganze Reihe von repräsentativen, architektonisch sehr anspruchsvollen Neubauten gegeben hat.

Die im Kunsthaus gezeigten Werke sind zum grössten Teil Leihgaben privater Sammlungen, der Erweiterungsbau ist zu einem bedeutenden Teil aus privaten Geldern finanziert. Hantieren Sie gerne mit solchen Geldern?

Natürlich, 80 Prozent der Sammlung hier im Kunsthaus ist aus privaten Quellen. Aus eigenen Mitteln wurde immer hauptsächlich zeitgenössische Kunst gekauft, weshalb beinahe jeder grosse Meister ein Geschenk oder eine Leihgabe ist. Nur dadurch ist diese Institution zu dem geworden, was sie heute ist. Von den Sammlungen ausgehend, hat dies auch dazu geführt, dass Private grössere Beträge für den Erweiterungsbau gesprochen haben.

Sie haben erwähnt, dieser Erweiterungsbau erlaube es, in der weltweiten Elite der Kunstmuseen mitzuspielen. Inwiefern gelingt dies wirklich? Die Besucherzahlen des Kunsthauses sind um mindestens das Zehnfache tiefer.

Die Auswirkung des Erweiterungsbaus auf die Besucherzahlen wird sich erst noch zeigen. Klar ist, dass jede Museumserweiterung zu einer Zunahme von Aufmerksamkeit führt, es ist aber ebenso klar, dass das allein nicht das Ausschlaggebende sein darf. Die Aufmerksamkeit des Publikums soll in erster Linie mit dem Angebot zusammenhängen, und das Angebot ist ein inhaltliches und nicht primär ein architektonisches. Man sieht bei allen neuen Museumsbauten, dass die Kurve der Neugier irgendwann abflacht. Dann zeigt sich, wie gut man wirklich sind. Die Inhalte zählen langfristig und da hat das Kunsthaus jetzt den richtigen Weg gewählt, indem es gute Inhalte präsentiert und auch in Zukunft präsentieren muss.

War denn das Kunsthaus inhaltlich nicht schon vorher in der Spitzenklasse?

[Überlegt] Ich weiss nicht, der Begriff Spitzenklasse, was heisst das schon. Das Kunsthaus war bisher gut und es ist erstaunlich, welchen Ruf das Kunsthaus international genießt. Dieser kommt genau aus der inhaltlichen Arbeit, weil von dem, was wir baulich hatten, würde man nicht sagen, es sei der Louvre der Schweiz. Und auch der Erweiterungsbau ist nicht der Louvre der Schweiz, das wollen wir auch gar nicht. Wir möchten gerne inhaltlich weiter gut arbeiten, aber durchaus mal den nächsten Schritt machen, einen großen Schritt.

Was waren denn aus Ihrer Sicht die Gründe für die abnehmenden Besucherzahlen in den letzten Jahren?

Eine Baustelle vor dem Haus zu haben ist für ein Kunstmuseum genauso ein Problem wie für eine Metzgerei. Unsere Baustelle hat sich fast über ein Jahrzehnt hingezogen, das war für die Institution eine herbe Strecke. Diese haben wir bis auf zwei, drei Jahre ganz gut gemeistert. Wir sind nicht pleite gegangen, hatten aber weniger Besucher. Das war alles einberechnet in unseren Planungen.

Was sind denn diese inhaltlichen Qualitäten, mit welchen die jetzt sprunghaft ansteigenden Besucherzahlen erhalten werden sollen in den nächsten Jahren?

Nebst dem Ausstellen von toller Kunst muss man das Publikum in das Konzept einbauen. Wir müssen die Bedürfnisse des Publikums, die wir jetzt räumlich aufnehmen können, tatsächlich auch in diesen Räumen bedienen, einen Service bieten. Dafür haben wir jetzt genügend Flächen, dafür haben wir Businessmodelle, die uns auch zusätzliche Erträge einbringen.

Sie sprechen die auch finanziell dürftigen letzten Jahre an?

Allein das Vermietungsgeschäft der Räumlichkeiten kann jetzt hohe sechsstellige Erträge abliefern, das war in der Form früher nicht möglich. Weitere Teile des Geschäftsmodells bringen Publikum hierhin und sorgen auch eigenständig für Einnahmen, beispielsweise die Shops oder die Gastronomiebetriebe. Letztere führen wir zwar nicht selbst, sie generieren aber zusätzliches Publikum. Es ist die die Neufassung dieses städtebaulichen Ortes, der belebt werden muss, der sich jetzt schon belebt durch den Zuzug von Galerien im Umfeld und einer Veränderung der Gastronomie. Davon profitiert auch das Kunsthaus.

Bleiben wir noch beim Publikum. Wenn man sich umsieht, sieht man zum grössten Teil Pensionierte und Schulklassen, anderes Publikum ist rar. Bringt man jüngeres Publikum nicht ins Museum?

Ihre Wahrnehmung ist erstmals richtig zu einer solchen Uhrzeit, zu der ein jüngeres Publikum nicht kommen kann, weil es studiert oder arbeitet. Das heisst auch, dass wir Angebote machen müssen zu den Zeiten, an denen dieses Publikum uns besuchen kann, also an Abenden und Wochenenden. Das tun wir auch, die Arbeit mit jüngeren Besuchergruppen hat im Lauf der letzten zehn Jahren stark zugenommen.

Inwiefern?

Da sind einerseits Schulklassen, die man für die Institution gewinnen kann, inklusive Vermittlungs- und pädagogischen Angeboten. Dann aber auch Workshops und Angebote im Haus mit Vermittlungsangeboten über die Kunst. Zudem muss darauf reagiert werden, was junge Leute interessiert, mehr zeitgenössische Kunst ausstellen statt noch mehr alten Meistern. Darauf nehmen wir in unserem Programm schon Rücksicht. Man muss aber auch sehen, wir haben eine Kernzielgruppe und das ist die 40+ Generation. Die kommen, die wissen, wie eine Institution funktioniert, die kommen wieder und die bezahlen auch. Die Angebote für die Generation davor müssen niederschwellig und günstig sein, und sie müssen sich nach den Bedürfnissen dieses jüngeren Publikums richten. Das ist für alle Museen, auch das Kunsthaus, eine grosse Herausforderung und geht nicht sprunghaft, sondern ist ein steter Prozess.

Wo sehen Sie denn noch Entwicklungspotenzial, wie mehr jüngeres Publikum ins Kunsthaus gelockt werden könnte?

Was machen Sie am liebsten? Abends weggehen, sich mit Freunden treffen. Sie sind durchaus bereit, auch ein kulturelles Angebot in einer Gruppe zu konsumieren. Über das reine kulturelle Erlebnis möchten viele aber auch noch etwas erleben, das heisst Party, Lounge, Bar. Das finde ich sehr interessant. Wir haben vor einigen Jahren begonnen, Partys im Kunsthaus zu veranstalten. Diese haben mit unserem Kernauftrag nicht viel zu tun, lehnen sich aber jeweils an ein Ausstellungsthema an, zu Dada, zu den Golden Twenties und so weiter. Die Eingangshalle ist auch eine Disco, es war mein Wunsch, Veranstaltungstechnik einbauen zu lassen, damit wir alle Arten von Veranstaltungen im Museum durchführen können.

Sie haben wiederholt die Niederschwelligkeit und Eintrittspreise angesprochen, ein Eintritt kostet trotz allem 23 Franken. Was würden Sie denn von einem stärker subventionierten Gratiskunsthaus für alle halten?

Das würden wir machen, aber es wird dann richtig teuer für die Allgemeinheit. Wir versuchen mit dem Gratiseintritt am Mittwoch Niederschwelligkeit zu schaffen, aber die Eintrittspreise sind ein wesentlicher Faktor in unserer Budgetierung, ohne den geht es nicht.

Aber Sie würden dies bevorzugen?

Wenn die Gesellschaft unser Angebot so relevant findet, dass sie es sich gratis wünscht, dann gerne. Aber das müsste dann auch fürs Theater und Konzerte gelten und auch für Veranstaltungen, die nicht zur Hochkultur gelten. Ich glaube nicht, dass unser Wirtschaftssystem das stemmen könnte. Wir müssen aber Angebote machen, die es ermöglichen, für wenig Geld ins Kunsthaus zu gehen. Die haben wir beispielsweise mit der Mitgliedschaft, welche insbesondere für junge Erwachsene sehr günstig ist, oder mit einem Legi-Abend für Studierende. Aber irgendwann muss man halt mal zahlen. Wir werden das nicht wegbekommen.

Glauben Sie die Leute kennen diese Angebote?

Viele wohl nicht und das haben wir jetzt auch erkannt. Sie haben vielleicht unsere Werbekampagne gesehen mit dem Slogan «Alle für die Kunst». Sie gefällt vielen nicht, wir haben insbesondere von älteren Besuchenden scharfe Kritik erhalten, sie sei zu laut, zu bunt und würde abschrecken. Stimmt aber nicht. Sie spricht einfach eine andere Zielgruppe an, die es gut findet und merkt, dass das Kunsthaus vielleicht doch nicht so altmodisch ist.

Die Digitalisierung ist auch für Museen eine Herausforderung. Das an der Wand hängende Bild ist sehr analog, wie können Kunstmuseen da Schritt halten?

Der Auftrag, den sich die Museen selbst geben, aber auch an sie herangetragen wurde, ist Information und Bildung. Wenn dazu digitale Formate nützlich sind, benutzen wir sie auch. Wir machen in letzter Zeit immer wieder sogenannte Digitorials, das heisst wir verknüpfen analoge Inhalte mit solchen im Netz. Diese müssen aber nicht im Museum abgerufen werden, sondern können auch von extern konsumiert werden. Solche Formen werden wir noch weiter ausbauen. Was wir nicht können, ist die gesamte digitale Welt im Museum abbilden und wir können auch nicht überall gleich präsent sein. Das ist aus wirtschaftlichen Erwägungen nicht möglich, digitale Inhalte sind teuer. Wir sind darauf angewiesen, dass wir von Investitionen pekuniär etwas zurückbekommen, und das ist bei Museen in den letzten Jahren etwas aus den Augen geraten. Das Städel Museum in Frankfurt beispielsweise hat einen enormen Aufwand betrieben und hat erst spät gemerkt, dass es keinen finanziellen Mehrwert bringt.

Aber weshalb hat es neben dem Gemälde hier trotzdem nur die Nummer für den Audioguide und nicht einen QR-Code mit Informationen?

Das liegt ganz einfach an der Zielgruppe. Der Audioguide enthält 18 Stunden Ton in vier Sprachen, das in digitale Inhalte umzumünzen wäre eine grosse finanzielle Anstrengung. Wir haben uns das überlegt, jetzt erstmal einen elektronischen Floorplan erstellt. Dabei sehen wir, dass auch unsere Hauptzielgruppe diese Angebote nutzt. Noch vor drei Jahren wäre das wohl anders gewesen und wir werden dies zukünftig auch bei Kunstwerken stärker berücksichtigen, mit rund 200 auf diese Art erfassten Werke der Sammlung. Wie flächendeckend wir dies am Ende einsetzen werden, müssen wir noch schauen.

Ist es denn nicht eine Fehlkonzeption, den Audioguide in digitale Inhalte umwandeln zu wollen? Das visuelle Element des Digitalen würde doch viel mehr Möglichkeiten bieten, mit Erklärungen zu Bildausschnitten oder visuellen Erläuterungen zu Maltechniken?

Super Idee, super teuer. Wir sind da offen, sehen grosses Potenzial, aber es ist auch mit einem grossen finanziellen Aufwand verbunden. Ich gehöre zum alten Eisen, mal sehen, was die nächste Generation zum Vorschein bringt und mit welchen Mitteln sie es finanziert. Im Moment funktioniert der Audioguide prächtig, und was am allerbesten funktioniert, sind Führungen. Wir hatten seit der Eröffnung pro Woche rund 200 Führungen, es ist verrückt. Die Leute legen ihr Telefon weg und lauschen einer analogen Führung, was das altmodischste ist, das man sich vorstellen kann. Und das gilt nicht nur für die Älteren, sondern auch für die jüngere Generation.  Es ist schon mehr als ein Zufall, eher ein Phänomen. Die Leute suchen den Ort auf und die Leute wollen diesen Ort in einem Kollektiv kennenlernen.

Sie sind jetzt seit 21 Jahren Kunsthausdirektor, der Erweiterungsbau ist endlich eröffnet. Sie treten Ende nächsten Jahres zurück, Job erfüllt?

Der Erweiterungsbau war neben der alltäglichen Führung des Kunsthauses mein Projekt und steht so auch in meinem Pflichtenheft drin. Jetzt haben wir es gemeinsam erweitert auf eine Art, die einen sichtbaren Effekt hat, die zeigt, dass diese Sammlung hier weitere Kunst anzieht, privates Kapital akquiriert und dass es möglich ist, als Kunsthaus eine gesellschaftliche Rolle zu spielen.

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Geboren 1960 in der Nähe von Stuttgart, verlief Christoph Beckers Weg in die Kunst geradlinig. Nach dem Abitur absolvierte er ein Studium der Kunstgeschichte in München, Wien und Stuttgart, worauf Studienaufenthalte in Oxford, London und Paris folgten. In München schliesslich promovierte er 1992 zum Thema Vorgeschichte des modernen Museums. Seine berufliche Karriere startete Christoph Becker in einem eben solchen, namentlich der Staatsgalerie Stuttgart, wo er erst als wissenschaftlicher Volontär tätig war, bevor er 1995 als Konservator angestellt wurde und vier Jahre später zum Oberkonservator aufstieg. In dieser Zeit zeichnete er sich für verschiedene Retrospektiven verantwortlich, welche international Beachtung fanden und grosse Publikumserfolge waren. Nicht zuletzt dies trug dazu bei, dass er im Jahr 2000, für viele überraschend, als neuer Direktor des Kunsthaus Zürich präsentiert wurde. Von Beginn an war der Museumsbau eine der wichtigsten Aufgaben Beckers, zeitgleich trieb er den Umbau der bestehenden Räumlichkeiten voran und initiierte ab 2002 die Planung des Erweiterungsbaus, welcher nach langer Bauzeit dieses Jahr eröffnet wurde. In dieser Zeit konnte Christoph Becker verschiedene Sammlungen – die namhaftesten zweifelsfrei jene von Munzinger und Bührle – als langfristige Leihgaben für das Kunsthaus gewinnen. Ende 2022 gibt Christoph Becker die Leitung des Kunsthaus in neue Hände.

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